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Wirtschaft im Visier von Scientology


„Wirtschaft im Visier von Scientology“

(Hannover, 20.03.2008, WM).
„Unsere Wirtschaft ist nach wie vor im Visier von Scientology“: Mit diesen Worten hat der Verband für Sicherheit in der Wirtschaft Niedersachsen (VSW) auf die anhaltende Bedrohung durch „Scientology“ hingewiesen. Die religiös getarnte Organisation sei unvermindert in Aktion, und im besonderen Fokus zur Verbreitung ihrer autoritären Konzepte stehe nach wie vor die Wirtschaft. „Was mit einem scheinbar harmlosen Seminar beginnt, kann mit einem nach scientologischen Vorgaben geführten Unternehmen enden“, warnte VSW - Geschäftsführer Wieland Mundt am Donnerstag in Hannover.

Die konkreten Gefahren seien vielfältig. Im schlimmsten Fall seien es Unternehmer oder leitende Manager, die in die Fänge von Scientology gerieten. Wenn Scientology eine solche Person kontrolliere, kontrolliere sie unvermeidlich auch das Unternehmen. Die „Masche“ von Scientology sei bei Wirtschaftsführern stets die Gleiche. Zunächst würden völlig unverdächtige Problemlösungen für die Geschäftswelt angeboten. Später werden Ihnen dann glaubhaft gemacht, sie könnten um ein Vielfaches erfolgreicher sein, wenn sie ihr Unternehmen nach den „Lehren“ von Scientology führten. Dies jedoch könne schwer wiegende Folgen für jedes Unternehmen haben. Denn de facto gehe es dabei um Ideologisierung. Diese beinhalte die Einführung zahlreicher starrer Anweisungen, von der Organisationsstruktur bis zum Finanzmanagement. Scientology erhalte im Zuge dessen nicht nur tiefen Einblick in betroffene Unternehmen, sondern auch beträchtliche Kontroll- und Eingriffsmöglichkeiten.

Denkbar sei aber auch, dass der Chef von scientologischen Aktivitäten in seinem Unternehmen gar nichts wisse. Denn auch scientologisch beeinflusste Mitarbeiter könnten durchaus im Stillen Einfluss ausüben, indem sie zum Beispiel gezielt weitere Scientologen einstellten oder störende Nichtscientologen heraus mobbten. Verheerende Auswirkungen auf den Betriebsfrieden könnten die Folge sein.

Ein weiteres Einfallstor für Scientology in Unternehmen sei das Auftreten als Dienstleister. Zu diesem Zweck betreibe oder steuere Scientology eine Reihe von Unternehmen, die sich bislang vor allem als Anbieter von Fortbildungen und Seminaren betätigten. Neuerdings sei die Organisation auch in der IT - Beratung aktiv. Die Absicht auch hierbei: Zugang zu einem Unternehmen bzw. dessen Mitarbeitern bekommen, um dann in einem zweiten Schritt gezielt Mitglieder für die Organisation zu rekrutieren. Bei IT – Dienstleistungen komme im Übrigen noch eine weitere Gefahr hinzu: Denn hierbei könnte Scientology auf Umwegen durchaus an sensible Unternehmensdaten gelangen.

Selbst für gut informierte Unternehmer und Manager sei es allerdings sehr schwierig, bei Dienstleistern etwaige Scientology-Hintergründe sicher zu erkennen, erläuterte der VSW – Geschäftsführer. Denn diese Tarnfirmen blieben heute meist nur kurz am Markt. Kaum werde ein Scientology-Bezug öffentlich, verschwinde das Unternehmen. Dann werde umfirmiert und von vorne begonnen.

Wer sich vor Scientology-Einfluss auf sein Unternehmen schützen wolle, sollte daher bei der Auswahl von Dienstleistern genau hinsehen. Grundsätzlich sei es ratsam, auf Partner zu setzen, die schon länger am Markt sind und deren Inhaber- / Gesellschafterstruktur transparent sind. Auch sollte man vorsichtig sein, wenn bei einer schon länger bestehenden Firma schlagartige und umfassende Veränderungen einträten, die den bisherigen Geschäftsgebaren vollkommen entgegen stünden, zum Beispiel ein völlig neuer propagierter Führungsstil.

Leider genieße das Thema Scientology in den Unternehmen heute nicht mehr die gleiche hohe Aufmerksamkeit wie noch vor zehn Jahren. Dabei sei es gerade das konsequente Verhalten der Wirtschaft gewesen, dass den Vormarsch von Scientology in den neunziger Jahren aufgehalten habe, betonte VSW – Geschäftsführer Mundt. Die Tatsache, dass von Scientology lange nicht mehr viel zu hören gewesen sei, dürfe heute nicht zu einem falschen Eindruck von Sicherheit führen. Zumal Scientology-dominierte Dienstleister mittlerweile in weitere Bereiche der Wirtschaft vorzudringen versuchten, so in die Gebäudetechnik und in das Facility-Management. „Die Wachsamkeit gegenüber Scientology muss auf der Tagesordnung der Wirtschaft bleiben“, so Mundt abschließend.

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Verfassungsschutzbericht 2007